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Der Oberschedener Bahnhof

GK 3550417 5702356 

In vielen alten und auch in einigen neueren Landkarten findet man eine Eisenbahnlinie zwischen Göttingen über Dransfeld und Scheden nach Hann. Münden. Ihre Entstehungsgeschichte reicht in die Zeit des damaligen Königreiches Hannovers zurück. Da der Streckenverlauf nach Kassel bis Hann. Münden auf eigenem Territorium errichtet werden sollte, musste dieser Südabschnitt der Hannöverschen Südbahn unter damaligen großen Baumaßnahmen (Brücken, Bahndämmen, Unterführungen und sogar einem Tunnel) und großen Steigungs- und Gefällstrecken geschaffen werden.

- Die Eisenbahnstrecke wurde am 08.05.1856 feierlich eingeweiht -

Erst im Jahre 1874 bekam Scheden laut Fahrplan eine Haltestation. Diese Bahnanbindung brachte in dieser und der folgenden Zeit für Oberscheden und die umliegenden Dörfern einen Wandel mit sich. Das Wirtschaft- und Sozialgefüge wurde verändert. Die Bauern und das Produzierende Gewerbe konnten nun ihre Waren schneller und weiter transportieren, womit sich ihnen neue Märkte erschlossen. Viele Einwohner fanden Arbeit am Bahnbau und durch den Bahnanschluss eine neue berufliche Tätigkeit in der Mündener Industrie. Diese Entwicklung sorgte öfter für einen Um- und Ausbau des Bahnhofsgeländes.

Für die spätere Stilllegung der Strecke gibt es viele Gründe. Eine Entlastung über Eichenberg und die Einführung der Bahnbusse sowie die private und privatwirtschaftliche Motorisierung (PKW und LKW) trugen sicherlich dazu bei, was aber für den "Gewerbestandort Scheden" nicht gerade förderlich ist.

 

Nebengebäude
Rückseite
Nebengebäude
Gebäude mit Güterschuppen
Nebengebäude
Rückseite
Nebengebäde
Gebäude mit Güterschuppen

Das Bahnhofsgebäude sowie die Nebengebäude wurden 1986 abgerissen.

Die Schienen samt den Beton- und Holzschwellen wurden im März 2000 im Bahnhofsbereich gänzlich und auf der restlichen Trasse teilweise entfernt.

Stellwerk
Bahnhofsgelände
 
Stellwerk
Bahnhofsgelände

 

Am 31.05.1980 fuhr letztmalig ein Zug von Göttingen über Dransfeld und Scheden nach Hann. Münden. Diese Sonderfahrt beendete die offizielle Personenbeförderung. Hiernach gab es nur noch eingeschränkten Güterverkehr, hauptsächlich zwischen Hann. Münden und Scheden (Bahnanschluss Firma Hemo Mohr), welcher dann aber auch bald eingestellt wurde.

 
Sonderfahrschein
" Letzte Fahrt 31.05.80 "
Normaler Fahrschein

 

 

Im Jahr 1956
Im Jahr 1983
Im Jahr 2002

Nachnutzungskonzepte bzgl. der Eisenbahntrasse gab es eine Menge, aber tatsächlich umgesetzt wurde nur punktuell. Teilstrecken wurden unter Naturschutz gestellt, die Bahnhofsgebäude in Dransfeld blieben erhalten. Auf Teilen des Dransfelder Bahnhofsgeländes entstand ein Kinderspielplatz, um Elliehausen gibt es heute einen Fahrradweg auf der alten Streckenführung. Es kursiert zwar noch die Idee aus dem gesamten Streckenverlauf zwischen Hann. Münden und Göttingen einen Fahrrad- und Wanderweg zu machen. Dies ist allerdings leider nicht mehr möglich, da Teile des Bahnkörpers verkauft und überbaut worden sind. Ebenso sind der Tunnel in Volkmarshausen und die Eisenbahnbrücke in Münden über die Werra in einem sehr desolaten Zustand. Eine Restaurierung würde somit verhältnismassig viel Geld verschlingen, was Keiner aufbringen will und kann. So bleibt den Resten einer der schönsten Eisenbahnstrecken Norddeutschlands nur das Schicksal, dass Vegetation sie überwuchert und sie langsam in Vergessenheit gerät.

 
Das Bahnhofsgelände in Scheden
damals
heute
Bild von 2002
Bild von 2002
Bild von 2002
Bild von 2001

 

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