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Die Oberschedener Kreuz- oder Mordsteine

- Flurdenkmale als Zeugen der Gesachichte unserer Heimat -  

GK 3550597 5702766
GK 3551153 5703711
Kreuzstein "Saures Feld"
Kreuzstein im "Weingarten"
An der Straße "Saures Feld"
Im "Weingarten" mit Blick "Auf den Kumsthöfen"

 

In Oberscheden findet man am Wegesrand zwei Kreuzsteine, auch Mordsteine genannt. Sie stehen an der Straße "Saures Feld" und im "Weingarten". Ihr Name rührt von einem rechteckigen Steinblock her, aus dem lediglich das Relief eines Kreuzes herausgehauen wurde. Die genaue Funktion dieser Flurdenkmäler kann man nicht hundertprozentig zuordnen, da sie meist im Hoch- oder Spätmittelalter (13. bis 16.Jahrhundert) errichtet wurden. Verallgemeinert kann mann allerdings sagen, dass ein Kreuzstein ein Sühnemal zum Seelenheil eines plötzlich und gewaltsam verstorbenen Menschen ist, zur Abwehr einer Blutrache steht und an diese Tat oder Ereigniss erinnern soll.www.m-beuermann.de

 
Kreuzstein im "Sauren Felde" Aufnahme von 1940
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Kreuzstein "Saures Feld"

Der Kreuzstein im "Sauren Felde" ist ca. 100 cm hoch und 85 cm breit bei einer Stärke von 15 cm. Auf ihm befindet sich ein Langkreuz mit den Maßen 70 x 50 cm und an der linken unteren Ecke des Steines eine Pflugschar (ebenfalls vertieft). Da die Verwitterung des Steines sein Aussehen veränderte, entschloss man sich, seine Bearbeitungsspuren in den 30er Jahren aufzufrischen. Die Rückseite ist unbearbeitet.

Im Volksmund kursiert die Geschichte, dass an dieser Stelle bei einem Streit ein gewisser Martin Hentzen mit einem Pflugeisen einen Hanns Grünewald erschlagen haben soll. Der Stein soll dann vom Täter als Buße aufgestellt worden sein. www.m-beuermann.de

Eine andere Quelle berichtet: Der Stein sei nach dem Totschlag eines Bauern aufgestellt worden, der sich mit einem anderen über die (vielleicht auch seine eigene) Feldgrenze stritt.www.m-beuermann.de

 

Die Maße des Kreuzstein im "Weingarten" sind ca. 80 cm mal 55 cm bei einer Stärke von 20 cm (was herrausragt). Der Stein besteht wie der andere auch aus lokalanstehendem Buntsandstein und besitzt ein erhabenes 20 cm breites Kreuz auf der zum Dorf hin gewandten Seite. An der Oberseite gibt es eine kleine kreuzartige (lateinische) Vertiefung, die sicherlich als Messmarke,oder Grenzmarkierung neueren Datums diente. Unbearbeitet hingegen ist die Rückseite.www.m-beuermann.de

Die Schedener Bevölkerung berichtet über eine Sage, in der ein General an der Stelle des Kreuzsteines im "Weingarten" zur Zeit des 30jährigen Krieges bei einem Gefecht getötet worden sein soll. Ob diese Behauptung stimmt (so auch der Autor der "Schedener Chronik"), sei dahingestellt. Man kann allerdings davon ausgehen, dass diese Art von Steinen nicht am Ende der Renaissance aufgestellt wurden.

Für den Betrachter scheint der Stein lediglich an einem Feldweg zu stehen, in damaliger Zeit jedoch war dies eine der Hauptverbindungsstrassen zwischen den Orten.www.m-beuermann.de

Kreuzstein im "Weingarten"
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Kreuzstein im "Weingarten"

Über die Schedener Kreuzsteine weiß man, dass sie bis zur Verkopplung der Gemarkung (1884-1888) an ihrer heutigen Stelle standen. Zwischenzeitlich wurden sie als Abdeckung von Kanälen und dergleichen zweckentfremdet. Erst auf die Bemühungen des Kantors Brüggeman zu Beginn des 20.Jahrhunderts stellte man sie wieder an ihrer richtigen Platz. www.m-beuermann.de

Zwei weitere Steine stehen in Meensen am Anger (Gemeinde Scheden). Diese Scheibenkreuzsteine standen ursprünglich auf dem Weg nach Hannoversch Münden und wurden zwischenzeitlich ebenfalls als Abdeckplatten verwendet.www.m-beuermann.de

Auch wenn man heute nicht genau weiß, wie die Geschichte der einzelnen Steine wirklich ist, so sind sie doch stumme Zeugen der Geschichte unserer Heimat.

     

   

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